Egal welchen Pfad Sie wählen, zwei Wege führen zum Schloss. Ganz im Sinne des Sprichwortes „Alle Wege führen nach Rom“, weisen beide Möglichkeiten auf ein und dasselbe Ziel hin. Die Hinweisschilder erfordern eine Entscheidung! Wer nicht davor stehen bleiben möchte, muss eine Richtung aussuchen.

Viele Entscheidungen können bzw. müssen jedoch gar nicht selbst getroffen werden. An manchen Wegweisern führt uns das Leben vorbei, ohne dass wir über ihre Ausrichtung jemals nachgedacht hätten. Die Leserichtung zum Beispiel. Sie ist kulturell vorbestimmt: wir schlagen ein Buch von rechts nach links auf und beginnen links oben (nach rechts) zu lesen. Im Gegensatz zu semitischen Schriften, wie das Arabische oder das Hebräische, welche linksläufig, also von links nach rechts, gelesen werden. Dieses von Kultur und Gesellschaft geprägte Verhalten geben wir an unsere Kinder weiter. Auch Bilderbücher werden zumeist von links nach rechts und von vorne nach hinten gelesen. Was aber tun, wenn hinten plötzlich vorne ist? Wie in „In der Nacht…“ von Helga Bansch – diese Geschichte fängt zwar wie gewohnt von vorne an, hört aber in der Mitte des Buches auf, um von hinten noch einmal zu beginnen. Das klingt etwas verwirrend? Ist es auch und soll es auch sein! Am besten, Sie entscheiden selbst, in welche Richtung Sie lesen möchten.

Der Text wurde 2014 in der März-Printausgabe des momag publiziert.

2014-03

In der Nacht …

Von Helga Bansch

Dieses Bilderbuch ist 2013 bei Tyrolia erschienen und um € 12,95 im Buchhandel vor Ort erhältlich.