„Hexen stehen immer zwischen Birken.“ Immer wenn ich Birken sehe, muss ich an diesen Satz denken, den ich irgendwann einmal irgendwo gelesen habe. – Ich google irgendwas mit Hexen und Birken und befinde mich zwei Klicks weiter im „Zamonien Wiki“, einer Online-Datenbank zu den Romanen von Walter Moers. In unnötigen Recherchen, die niemanden wirklich weiter bringen, bin ich offensichtlich echt nicht schlecht! Dabei hätte ich mich angesichts dieses Naturschauspieles wohl besser auf den Weg zum Ende des Regenbogens gemacht. Denn dort verbirgt sich nach einer irischen Sage Gold, das Naturgeister vergraben haben. Bei Reinhard Pohanka erfahre ich im Nachschlagewerk „Tatzelwurm und Donauweibchen“, dass auch hier und heute (im Zeitalter rascher Klicks und überengagierter Wikis) noch immer richtige Hexen, Baumgeister als auch Wesen des Feenreiches präsent seien. Aller Schnelllebigkeit sowie Onlinedaten- und Informationsüberflutung zum Trotz!

Ja gut, aber um zum Gold zu gelangen, muss ich erst an der Birke vorbei und das Ende des Regenbogens finden, was jedoch schon von Natur aus unmöglich wird. Ich bleibe also stehen und staune! Über den Regenbogen, das verwaschene Abendlicht und darüber, dass ich wirklich kurz daran gedachte hatte, hinzulaufen.

Für alle, die meinen Hang zu weit her geholtem Wissen teilen: offensichtlich habe ich den Birken-Hexen-Satz in Moers‘ „Ensel und Krete“ gelesen. Ob damit gemeint ist, dass in der Nähe von Birken grundsätzlich die Gefahr besteht, auf Hexen zu treffen, bleibt ungeklärt.

Der Text wurde 2014 in der Juni-Printausgabe des momag publiziert.

2014-06

Tatzelwurm und Donauweibchen

Österreichs Naturgeister und Sagengestalten

Von Reinhard Pohanka

Dieses Sachbuch ist 2013 bei Almalthea erschienen und um € 24,95 im Buchhandel vor Ort erhältlich.