Sie kennen das bestimmt: Themen und Dinge, die uns vertraut sind, mit denen wir uns intensiv beschäftigen, tauchen immer und überall auf. So geht es mir zum Beispiel beim Erkunden fremder Städte, wenn ich Schriftzüge oder Bilder von Figuren aus der Kinderliteratur bemerke. Wohin ich auch komme und wohin ich auch schaue, die Heldinnen und Helden aus Kinderbüchern sind schon vor mir da und warten darauf, dass ich sie entdecke.

Auch beim Lesen von Büchern für Erwachsene treffe ich auf sie. So erging es mir mit der tollen, von Ian Kelly erzählten, Biografie Vivienne Westwoods. Während ich ganz viel über Mode und Punk erfuhr und über eine Frau, die in diesen beiden Bereichen Großes erreicht hat, wurde ich von „Pinocchio“ überrascht. Einem Lieblingsbuch Vivienne Westwoods, über das sie sagt, dass sich darin „eine Philosophie des Lebens“ findet. – Ich mag das sehr, wenn mich gerade jene Thematik, die mich seit nun siebzehn Jahren Tag für Tag beruflich beschäftigt, zu überraschen weiß. So Vieles gibt es zu wissen, wovon ich bislang noch nie gelesen oder gehört habe! Wie gut zu sehen, dass das nie aufhört!

Erst vor wenigen Tagen hat mich ein anderer Kinderbuchklassiker erstaunt. Winnie, besser bekannt als Pu der Bär, aus den 1926 erstmals erschienen Geschichten von A. A. Milne. Ganz neu in meinem Bücherzimmer ist jetzt nämlich ein Bilderbuch, welches von der echten Bärin, also den wahren Begebenheiten vor den Abenteuern im Hundertsechzig-Morgen-Wald, erzählt. Das alles wusste ich noch nicht.

Der Text wurde 2016 in der März-Printausgabe des momag publiziert.

Cover Winnie

Winnie

Die wahre Geschichte des berühmten Bären

Von Lindsay Mattick & Sophie Blackall

Dieses Bilderbuch ist 2015 bei Bohem erschienen und um € 20,60 im Buchhandel vor Ort erhältlich.