Kennen Sie das Glück des Kaufes antiquarischer Bücher? Im Vergleich zu ihren druckfrischen Pendants haben sie über die Jahre noch stärkeren Charakter entwickelt. Wenn wir Glück haben, dann wurden sie einmal sehr gemocht und das sieht man ihnen auch an. (Im positiven Sinne, versteht sich.)

Ein Buch ist etwas sehr persönliches, wenn es von einem zur anderen kommt, dann bringt es ein Stück weit jene Menschen mit, die davor darin gelesen haben – irgendwie. Berührende Momente passieren, wenn ein ehemaliges Geschenk über antiquarische Umwege in unsere Hände gelangt. Dann finden wir manchmal eine fremde Handschrift im „neuen“ Buch. Das können Notizen sein, Zeichnungen oder auch eine Widmung.

Unlängst habe ich meine Bücher unter diesem Aspekt neu durchsucht und habe Spannendes entdeckt. – Was musste passieren, dass dieses Exemplar des Bilderbuches „If I were a book“ (von José Jorge Letria & André Letria, Chronicle Books) verkauft wurde? Oder wie gelangt ein dem „tollsten Papa der Welt“ gewidmetes Exemplar von Philip Waechters „Sohntage“ (Beltz & Gelberg) in die Hände eines Antiquariats? Eine außergewöhnliche Widmung, ganz ohne Stift verfasst, habe ich im (jetzt meinen) Band Nr. 1188 der Insel-Bücherei entdeckt. Hier hat jemand in Siegfried Unselds „Goethe und der Gingo. Ein Baum und ein Gedicht“ die gelben Blätter eines Gingobaumes (für mich) gepresst.

Danke, lieber unbekannter Buchmensch! Auch dafür, dass du dein Exemplar wieder auf die Reise geschickt hast.

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