Ich bin dann mal in Winterschlaf! Geweckt werden möchte ich bitte wieder gegen Mitte März. Und nicht vergessen: Zwischendurch brauche ich zur Nahrungsaufnahme ein paar Gedichte! „Bitte mit Lyrik + Prosa füttern“, steht auf diesem Bild, das ich vor einigen Jahren von einer Reise aus der Südsteiermark mitgebracht habe. An das Foto hat mich die Lektüre von „Der Wind in den Weiden“ erinnert. Denn in diesem, erstmals 1908 publizierten, heute zum Klassiker der Kinderliteratur zählenden, Buch des britischen Schriftstellers Kenneth Grahame herrscht seitenweise wunderbar-verweht-verschneite Stimmung. „Den Winter über schlief der Ratterich viel, ging früh zu Bett und stand spät auf. Manchmal kritzelte er im Laufe dieser kurzen Tage Gedichte auf ein Blatt Papier“, ist auf Seite 49 der heuer – mit grandiosen Bildern von David Roberts – erschienenen Ausgabe zu lesen.

Wenn draußen Nebel hängt, Sturmwind weht und Schneeflocken tanzen, dann würde ich es an manchen Tagen gern dem Ratterich gleich tun. Lange schlafen und Gedichte schreiben, immer wieder kommen andere auf „ein Schwätzchen vorbei“, es werden „viele Geschichten erzählt und die Erfahrungen des vergangenen Sommers ausgetauscht.“ – Allessamt gute Argumente für den Winterschlaf, wie ich finde! Sollten Sie es mir gleichtun und sich für eine kürzere oder längere Variante entscheiden, vergessen Sie bitte nicht auf die Gedichte, ich meine die Nahrungsaufnahme, also das Lesefutter. Und schlafen Sie gut!

Der Text wurde 2016 in der Winter-Printausgabe des momag publiziert.

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Der Wind in den Weiden

Von Kenneth Graham & David Roberts

Dieses Buch ist 2016 bei Thienemann erschienen und um € 20,60 im Buchhandel vor Ort erhältlich.