Hellseherei, die | Substantiv, feminin

| Etwas wird scharfsinnig und vorausblickend durchschaut. Menschen, denen hellseherische Fähigkeiten zugesprochen wurden oder werden, wissen Aufregendes zu erzählen.

Eigentlich naheliegend, dass wir auch in Kinderromanen auf sie treffen! In jenen drei Texten, in denen mir in letzter Zeit hell- bzw. wahrsagende Frauenfiguren begegnet sind, nehmen sie jeweils ganz unterschiedliche Rollen ein. Mit kurzen Zitaten zu diesen drei spannenden Figuren möchte ich meine Wort-Schätze-Sammlung fortsetzen:

Darf ich vorstellen …

… Mamsell Henriksson aus der Theatergruppe in „Vorhang auf für Johanna“ von Annika Thor:

Das Fenster der Kammer war mit einem dichten Stofftuch zugehängt. Eine Kerze, die auf einem kleinen Tisch stand, bildete die einzige Lichtquelle. Die Flamme flackerte und ließ die Schatten über die Wände tanzen. Eine eigenartige Stimmung lag in dem Zimmer, als befänden sich darin Personen oder Dinge, die man zwar nicht sah, deren Anwesenheit aber dennoch spürbar war.
An dem Tisch saß Mamsell Henriksson, mit dem Rücken zur Tür, doch als wir eintraten, wandte sie sich zu uns um. „Ich muss die Karten nur fertig lesen. Setzt euch so lange aufs Bett, wenn ihr wollt.“
(Thor, S. 58f)

… die verwirrte Nachbarin Isabell in Mikael Engströms Kaspar-Opa-Trilogie:

„Hast du keine Angst?“, fragte Lisa grinsend. „Nein, kein bisschen“, versicherte Kaspar. Plötzlich flog die Tür auf, und Isabell kam heraus. Sie war klein und ziemlich rund mit krummen Beinen. Aus ihrem runzligen Gesicht, das an eine Morchel erinnerte, schauten hellblaue, wässrige Augen.
„Hört ihr die Wagenräder?“, schrie sie. „Hört ihr, wie sie knirschen und knarzen?“ Kaspar erstarrte vor Entsetzten. „Nein“, sagte Lisa. „Ich höre nur den Wind in den Birken, aber keine Wagenräder.“ Kaspar lauschte. Er hörte auch den Wind in den Birken, aber dazu noch Äste, die sich ächzend aneinanderrieben. „Wo er gefahren kommt, da fallen die Bäume“, sagte Isabell und starrte die Kinder mit wirrem Blick an. Kaspar und Lisa verstanden kein Wort. Wer kam mit was gefahren?
(Engström, Bd 3, S. 18f)

… Frau Almut, Stammkundin im Café Leguan in „Tintenblaue Kreise“ von Michael Roher:

Frau Almut hat große schwarze Augen und knalllila Lippen. Frau Almut riecht nach Zigaretten und Pfefferminzkaugummi und ihre Ohren sind gespickt mit kleinen glänzenden Silberringen.
Frau Almut ist alt.
Frau Almut hat nicht viel zu tun.
„Früher“, sagt sie, „früher war ich eine Hexe.“
Und deshalb, behauptet sie, besitzt sie magische Fähigkeiten. Mit früher meint sie ein anderes Leben.
Frau Almut hat schon sieben Mal gelebt. Das haben ihr die Karten verraten.
„Die Karten erzählen dir die Zukunft und die Vergangenheit, du musst sie nur lesen können!“, erklärt sie.
Papa sagt: „Frau Almut ist ein bisschen speziell.“
Aber ich höre ihr gerne zu. (Roher, S. 23)

Cover-Johanna

Vorhang auf für Johanna!

Von Annika Thor

Aus dem Schwed. v. Birgitta Kicherer

Dieser Kinderroman ist 2017 bei Urachhaus erschienen und um € 15,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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Cover Feuerteufel

Kaspar, Opa und der Feuerteufel

Von Mikael Engström & Peter Schössow

Aus dem Schwed. v. Birgitta Kicherer

Dieser Kinderroman ist 2017 bei dtv: Reihe Hanser erschienen und um € 12,30 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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Cover Tintenblaue Kreise

Tintenblaue Kreise

Von Michael Roher

Diese Kinderroman ist 2017 bei Luftschacht erschienen und um € 15,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

→ Für alle, deren Lieblingsbuchhandlung nicht um die Ecke erreichbar ist: Bestellen Sie das Buch gleich hier portofrei im österreichischen Online-Buchhandel!

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