Im ersten Teil meiner Gedanken über Erzählanlässe entlang von Alltagswegen spazierten wir durch Bologna, um dort Erinnerungen über König Artus aufzufrischen. Mittlerweile sind wir am Heimweg und auf der Durchreise in Graz, wo uns diese Unterführung zu einer Odyssee führt. Hier steht: „Augen zu und durch!“ Könnte gefährlich werden! Also in meinem Kopf heulen die Sirenen, habe ich doch den neuesten Roman Simon van der Geests, über einen Jungen namens Dysseus, in der Tasche. Ja, die Namenswahl ist eine Anspielung auf Odysseus! Und musste der nicht einen schrecklich langen, dunklen Um- bzw. Irrweg auf seiner Heimfahrt erleben? Wie war das?

Manchmal berichten mir Eltern von der großen Faszination, die von ihnen erinnerte Geschichten bei ihren Kindern auslösen. Viele lieben die Kinderbücher von Erwachsenen, denen etwas Altmodisches, Entferntes anhaftet, das zum Vertrauten wird, wenn jemand darüber ins Erzählen kommt. Daran, dass für Kinder die Weitergabe von Geschichten und Büchern von einer Generation zur nächsten wesentlich sein kann, hat mich die Anekdote einer Freundin erinnert, die erzählte, dass ihr Sohn „Weihnachten 2017“ in sein liebstes Buch vom Christkind geschrieben hat, weil er dieses einmal seinen Kindern vererben möchte.

Welche Jahreszahl steht in Ihrer Odyssee-Ausgabe? – Oder, wenn Sie sich für eine neue, radikale sowie emotionale Variante dieses Stoffs interessieren, lesen Sie doch – am besten laut und mit voller Hingabe – den niederländischen Kinderroman „Dysseus“!

Der Text wurde 2018 in der März-Printausgabe des momag publiziert.

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Dysseus

Von Simon van der Geest & Jan Jutte

Aus dem Niederl. v. Rolf Erdorf

Dieses Kinderbuch ist 2017 bei Thienemann erschienen und um € 13,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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