Sie beginnt mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen. An dem Tag, an dem ich die Sonnenbrille wieder trage, fängt sie an, meine Sehnsucht nach dem Meer. Sie überkommt mich im Büro, beim Eis essen oder an der Ybbs. Wobei bzw. wogegen am Wasser zu sein dann ebenso hilft wie Meer-Bilder anzusehen; wie dieses Foto, das ich letztes Jahr von der Azoreninsel São Miguel mitgebracht habe. Am allerliebsten mag ich jedoch Meeres-Bücher mit jenen Illustrationen, die Weite zu zeigen verstehen, den Kontrast von Ruhe und Bewegung hervorheben, deren Wellen sich in vielfältigen Farbnuancen präsentieren. Mit der Zeit hat sich hier bei mir im Familienlektüre-Büro eine kleine Sammlung solcher Bücher eingefunden. „Welle“ von Suzy Lee und „Das Meer ist riesengroß“ von Inge Fasan und Linda Wolfsgruber sind zwei dieser Schätze. Heuer sind „Willy Puchners fabelhaftes Meer“ und „Das Glück ist ein Fisch“ von Melba Escobar de Nogales und Elizabeth Builes dazugekommen. Und „Stadt am Meer“ von Joanne Schartz und Sydney Smith.

Worauf es mir ankommt, ist niemals eine Sommer-Sonne-Sandstrand-Urlaubsidylle, mich interessieren authentische Geschichten, wie jene des Sohnes eines Bergmannes in „Stadt am Meer“. Hier ist von Stürmen die Rede und vom gefahrvollen Graben nach Kohle „tief drunten unter dem Meer“. Im Kontrast dazu zeigt sich die Meeresoberfläche, so wie sie der Junge von seiner Schaukel aus beobachtet, als eine sehr ruhige, beruhigende. – Ja, auch hierin werde ich immer wieder blättern, um Meer zu sehen!

Der Text wurde 2018 in der Mai-Printausgabe des momag publiziert.

Cover Stadt am Meer

Stadt am Meer

Von Joanne Schwartz & Sydney Smith

Dieses Bilderbuch ist 2018 bei Aladin erschienen und um € 18,50 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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