Ich lese „Meine ganze Familie“ von Gerda Raidt, ein Sachbuch für Kinder und Familien, das von Generationen erzählt, von Stammbäumen und wie wir alle, über viele Verästelungen, verwandt sind. Hier steht: „Viele deiner Vorfahren konntest du nie treffen, denn sie haben gelebt, als du noch nicht geboren warst. Doch obwohl du sie nicht kennst, besteht eine Verbindung zwischen euch. In manchen Familien gibt es Erbstücke, durch die man diese Verbundenheit sehen und spüren kann.“ Obwohl ich meine Oma gut gekannt habe, denke ich trotzdem sofort an ihre Kette. Wo nur habe ich sie aufbewahrt? Lange nicht mehr gesehen, das gute Erbstück!

Dieses Mal zeige ich hier also kein Foto aus einem meiner Alben, sondern eines, das ich aufgenommen habe, gleich nachdem ich abends erfolgreich Omas Kette fand. Die Perlen sind aus Kunststoff, niemand weiß, wie sie in Omas Schmuckkassette kam. Vielleicht war die Kette schlichtweg ein Werbegeschenk. Denn eigentlich ist es schwer vorstellbar, wie sie sonst zu Oma gelangte, wo diese doch nur zarten Goldschmuck trug, soweit ich mich erinnere. Mit der Kette um den Hals kann ich sie mir schwer vorstellen und mich selbst ehrlich gesagt auch. Den trotzdem immens hohen „Goldwert“ muss ich hier jedoch bestimmt nicht extra erwähnen… Als ich mich wieder meiner Lektüre zuwende, lese ich da: „Vererbt werden oft Dinge, die lange halten und besonders geliebt werden.“ Oder kuriose Geschichten zu erzählen haben, denke ich mir noch – und dass Oma darüber schmunzeln würde.

Der Text wurde 2018 in der Juni-Printausgabe des momag publiziert.

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Meine ganze Familie

Was den Urmenschen und mich verbindet

Von Gerda Raidt

Dieses Sachbuch ist 2018 bei Beltz & Gelberg erschienen und um € 15,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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