Unterwegssein hilft! Reisen heißt ja immer auch, etwas zurückzulassen und sich auf Neues zuzubewegen, die Perspektive zu wechseln oder alles mit anderen Augen zu sehen. Die Hauptsaison des Unterwegsseins ist jetzt wieder vorbei. Was bleibt, sind Erinnerungen an Orte, Leute, Gespräche,… und vielleicht auch die eine oder andere veränderte Sichtweise. Ich war heuer am Gardasee und habe Ihnen von dort diese Momentaufnahme mitgebracht. Menschen, die zusammen sind, vielleicht ihren Tag besprechen, sich etwas zu erzählen und zu sagen haben, oder auch nicht. Wir wissen nicht, ob diese drei gerade schweigen; ob sie Freude daran haben, nichts zu sagen oder ob ihnen etwas zuvor Gesagtes die Sprache verschlagen hat.

Um zusammen in einer Sache weiterzukommen, braucht es viele Formen des Sprechens und auch des Nicht-Sprechens. Davon erzählt Nikola Huppertz in ihrem Kinderroman „Woher ich meine Sommersprossen habe“. Hier sind Mutter und Tochter gemeinsam unterwegs, auf einer Reise in ihrer beider Vergangenheit. Vieles muss dabei überdacht, noch mehr endlich ausgesprochen und beantwortet werden. Unterwegs zu sein hilft dabei. Lange gemeinsame Autofahrtstunden beispielsweise schenken den beiden Figuren Zeit und Muße, um einander zuzuhören, miteinander zu schweigen und in Ruhe die richtigen Fragen zu formulieren. Fragen über den Vater, den die Tochter nicht kannte und von dessen Tod sie kürzlich erfahren hat. Fragen über die Entscheidungen der Mutter. Fragen über Verlust und Trauer und über die Liebe.

Der Text wurde 2018 in der September-Printausgabe des momag publiziert.

Cover Sommersprossen

Woher ich meine Sommersprossen habe

Von Nikola Huppertz

Dieser Kinderroman ist 2017 bei Thienemann erschienen und um € 12,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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