Wie hat es in Ihrer Straße vor 100 Jahren ausgesehen? Was war da, wo jetzt das Haus steht? Und in Ihrer Stadt/Ihrem Ort: Wie war vor 100 Jahren der Stadt- oder Marktplatz organisiert, wie in den Jahrzehnten danach? Hat sich alles komplett verändert? Oder sieht manches noch wie damals aus? Können Sie anhand einzelner Elemente Vergangenheitsreste entdecken? Das wieder neu aufgelegte Kindersachbuch „Die Straße“ von Gerda Raidt und Christa Holtei gibt Fragen wie diesen Raum. Auf sieben textlosen, detailliert sowie detailverliebt illustrierten Doppelseiten wird Geschichte ab 1911 erlebbar. Jede Seite widmet sich einem Jahrzehnt bzw. einer Zeit, während wir auf allen sieben Bildern die Ansicht der jeweils gleichen Straßenecke sehen. 1911 bringt ein Kutscher eine Dame in die Stadt, am nächsten Bild 1933 fahren bereits Autos neben den Pferden. In der Gegenwart quert dieselbe Ecke der Kleinbus eines Lieferservice.

Bis wann waren noch Fuhrwerke auf den Straßen unterwegs? Von wann stammt dieses Hinweisschild auf dem Foto (das bei einem Spaziergang durch Graz entstanden ist)? Während ich darüber nachdenke, blättere ich weiter, entdecke neue Details, blättere zurück, dann wieder nach vorne. Einmal mehr wird dabei deutlich, wie Vergangenheit die Gegenwart formt. Alles das was war, hat uns ins Heute gebracht. Darüber Bescheid zu wissen, sich über Vergangenes auszutauschen, macht Gegenwart bewusster. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder, die Erwachsenen von morgen.

Der Text wurde 2019 in der September-Printausgabe des momag publiziert.

Die Straße

Von Christa Holtei & Gerda Raidt

Dieses Kindersachbuch wurde 2019 bei Beltz & Gelberg neu aufgelegt und ist um € 14,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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