Immer wieder über die Begeisterung für Bücher zu schreiben, mag abgedroschen wirken. Auch mag es wenig überraschen, dass ich als eine, die Bücher liebt, auch jene Bücher mag, die von dieser Liebe zum Lesen berichten. Doch habe ich mit „Clara und der Mann im großen Haus“ von María Teresa Andruetto und Martina Trach ein Werk in Händen, dem ein Platz an dieser Stelle sicher ist, weil es das Thema „Ein Buch über Bücher“ beeindruckend und neu erzählt. In dieser Geschichte über die Begegnung zweier Menschen und ihre gemeinsame Leidenschaft fürs Lesen werden wir zudem zum Versinken in kunstvolle Illustrationen geladen.

Jede Leserin, jeder Leser braucht zumindest eine Person im Leben, die ihr oder ihm Lesefreude authentisch vermittelt. Für Clara, das Mädchen aus dem Bilderbuch, das „vor vielen Jahren in einem Dorf in der argentinischen Pampa“ spielt, ist es Juan, der Señor aus dem Haus am Rande des Dorfes, der eines Tages, als sie ihm die frisch gemachte Wäsche liefert, ein Buch zum Geld unter die Fußmatte legt. Für viele Kinder von heute sind es Eltern und Großeltern oder jene Menschen, die ihnen in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken ausgewählte Bücher ans Herz legen. Erwachsene, die Vorlesen, die sich für (Kinder-)Literatur interessieren, die neugierig nachfragen und lautstark mitlachen. Auf diese Liebe zum Buch kommt es an, auf eine Begeisterung, die Wind und Wetter standhält, auf jedes einzelne Kind, das wir begeistern! Davon werde ich ganz bestimmt immer wieder und wieder sprechen.

Der Text wurde 2020 in der Februar-Printausgabe des momag publiziert.

Clara und der Mann im großen Haus

Von María Teresa Andruetto & Martina Trach

Aus dem Span. v. Jochen Weber

Dieses Bilderbuch ist 2019 bei Baobab erschienen und um € 19,60 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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