Sie kennen das bestimmt: Zum Ausklang eines Urlaubstages wird entlang des Strandes oder des Seeufers spaziert. Abendstimmung, alle warten auf den Sonnenuntergang. Ich erinnere mich an einen Abend am Gardasee, schlendernd, das letzte Eis des Tages in der Hand, als um mich alle ihre Handys und Kameras zückten, um die Sonne beim Untergehen zu fotografieren. Der Horizont ist ein Star, ein beliebtes Fotomotiv! Mit oder ohne Sonne, mit oder ohne den Liebsten im Vordergrund, eine Horizontaufnahme geht immer. Diesen – zugegeben wirklich spektakulären – Sonnenuntergang jenes Abends konnte ich leider nicht festhalten. Ich hatte ja gerade ein Stanitzel in Händen. Dafür habe ich dieses, wie ich hoffe ebenso wundervolle Foto vom Monte Altissimo di Nago rausgesucht.

Eine Wegbiegung zeichnet sich hier am Horizont ab. Kann ein Weg wie dieser meinen (geistigen) Horizont erweitern? Wird dieses Erweitern begünstigt, wenn ich dabei den Horizont betrachte? Mit Blick auf das kunstvolle Bilderbuch „Bis zum Horizont“ von Carolina Celas ist die Antwort ein klares „Ja!“ Was wir sehen und was wir lesen, lässt uns nachdenken, über uns, über den realen Horizont und über jenen sprichwörtlichen, der mal in erweiterter, doch durchaus auch in beschränkter Form auftreten kann. Carolina Celas zeigt Horizont-Illustrationen aus unterschiedlichen Perspektiven sowie in verschiedenen Momenten des Alltags bzw. des Lebens. Und sie spricht diesen Horizont sozusagen persönlich an: „Du bist immer da. […] Ob du wohl auch in mir bist?“.

Der Text wurde 2020 in der Mai-Printausgabe des momag publiziert.

Bis zum Horizont

Von Carolina Celas

Aus dem Port. v. Claudia Stein

Dieses Bilderbuch ist 2020 bei Kleine Gestalten erschienen und um € 15,40 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

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